Geplanter Luxusbau in Raitelsberg?

Der Stuttgarter Osten ist im Wandel. Überall wird gebaut und überall wird es teurer und teurer… Es gibt alleine 3 Sanierungsgebiete in Stuttgart Ost und in Gablenberg wird unter dem Label der „Sozialen Stadt“ eine scheinbare Bürgerbeteiligung versucht zu inszenieren, um die kommenden teureren Mieten und Umgestaltungen auch zu legitimieren.
Bislang verschont geblieben ist Raitelsberg. Schaut man auf die sogenannte Miet-Map von Stuttgart, die den Durchschnittspreis von 2-Zimmer Wohnungen anhand von U- und S-Bahn Haltestellen, anzeigt, wird schnell klar, dass dies nicht lange so bleiben kann.
Und es gibt bereits auch Planungen dazu: Die GERCH-GROUP plant mit 30 Millionen Euro eine Investition in Raitelsberg unter dem Titel „Wohnen an der Villa Berg“.

Vorausgegangen war ein Deal mit der Stadt, wonach die GERCHGROUP der Stadt die Villa Berg, die SWR Studios und das SWR Parkhaus abtritt und dafür das Grundstück des aktuellen Betriebshofs in Raitelsberg bekommt. Über den Kaufpreis wird geschwiegen. Die Fläche des Betriebshofs umfasst 3.770 qm, auf denen „freifinanzierte“ Wohnungen errichtet werden sollen.

Die GERCHGROUP (bzw. deren Vorgängerfirma PDI) hatte bereits am Killesberg einige Grundstücke gekauft und das sogennante Maybach-Quartier errichtet. An wen sich dieses Quartier richtet wird bei den Miet- und Kaufpreisen klar, die bis zu 2,2 Millionen Euro pro Wohnung reichen.

Ob in Raitelsberg ein zweites Maybach-Quartier errichtet werden soll ist noch unklar. Sicher ist jedoch, dass mit dem Titel „Wohnen an der Villa Berg“ und der Summe von 30 Millionen Euro, die für die Investition aufgebracht werden sollen, dass kein billiger Wohnraum für alle geschaffen werden soll, sondern lukrative Anlagemöglichkeiten für einen kleinen Kreis von Menschen. Was das letztlich für Raitelsberg bedeuten kann lässt sich relativ einfach ablesen: Raitelsberg soll „aufgewertet“ werden und davon profitieren sollen nicht diejenigen, die aktuell in Raitelsberg wohnen oder die dringend eine Wohnung benötigen, sondern ein zahlungskräftiges Klientel.
Dies muss auch vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass im Zuge der Erneuerung des Gaskraftwerkes am Neckar bereits jetzt über ein „Stadt am Fluss“-Konzept mit zahlreichen Wohnungen am Neckar nachgedacht wird. Die – in dem Fall – Höhenlage in Raitelsberg könnte dabei über der „Stadt am Fluss“ liegen und würde dementsprechend auch teurer werden.

Ob das Vorhaben der GERCHGROUP und der Stadt aufgehen wird liegt auch daran, ob wir dies zulassen werden. Denn in einer Stadt in der künstliche Wohnungsnot herrscht brauchen wir keine weiteren Luxusquartiere, sondern schlicht und einfach bezahlbaren Wohnraum in gutem Zustand für alle.

Umso notwendiger ist es gemeinsam etwas gegen dieses Vorhaben und gegen die Verdrängung von Mieterinnen und Mietern aus den Stadtteilen zu unternehmen.

Kommt zum Mietertreffen! Schließen wir uns zusammen und organsisieren wir uns gegen den zunehmende Verdrängung.