Kundgebung an der Gedenkstätte “Zeichen der Erinnerung” – Erinnern. Gedenken. Kämpfen.

27. Januar 2019
15:00

Am 27.01.1945 erreichten die ersten Verbände der Roten Armee um 9 Uhr das Außenlager Auschwitz-Monowitz. Gegen 15 Uhr befreiten Rotarmisten auch das Stammlager sowie Auschwitz-Birkenau. Die meisten SS-Wachen waren geflohen und nur wenige leisteten Widerstand. Mit der Befreiung von Auschwitz beendete die Rote Armee auch die industrielle Vernichtung von Menschen.
Aus ganz Europa wurden Juden, Sinti und Roma und weitere Opfer, die nicht in die von den Nationalsozialisten definierte „Volksgemeinschaft“ gehörten, mit Zügen in Konzentrationslager wie Auschwitz deportiert und massenhaft ermordet. Mit der Befreiung durch die Rote Armee wurde dem größten Verbrechen in der Geschichte der Menschheit ein Ende gesetzt.
In Stuttgart-Nord wurden Juden, Sinti und Roma sowie andere Opfer des deutschen Faschismus zusammengetrieben und in Zügen nach Auschwitz und Theresienstadt deportiert. Die durch einen beispiellosen Antisemitismus vorangetriebene Entmenschlichung der europäischen Jüdinnen und Juden führte dazu, dass weite Teile der Bevölkerung die Verbrechen vor ihrer Haustüre ignorierten. Nach der Befreiung von Auschwitz und der militärischen Niederlage des deutschen Faschismus, gelang es vielen der TäterInnen in der neuen Bundesrepublik Deutschland zurück in ein ziviles Leben oder gar in Amt und Würde zu kommen. So verwundert es nicht, dass bis heute eine faschistische Kontinuität in Staat und Bevölkerung existiert. Auf dieser Grundlage aufbauend, wird in den Parlamenten und auf der Straße fleißig daran gearbeitet, den Holocaust aus der Geschichtsschreibung zu streichen oder umzudeuten. Dies zeigen nicht nur Aussagen wie die des AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland, der dieses Kapitel als einen Vogelschiss in der Geschichte bezeichnet oder Björn Höcke, der gar eine 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur fordert. Weitere erschreckende Beispiele sind auch die immer wiederkehrenden Übergriffe auf Menschen, zuletzt in Chemnitz geschehen, die nicht ins Bild der vermeintlichen “Volksgemeinschaft” passen.
Am 27.01.2019 jährt sich die Befreiung von Auschwitz zum 74. Mal. An diesem Tag möchten wir gemeinsam die Erinnerung an dieses Verbrechen aufrecht erhalten, den Opfern gedenken, und für die Zukunft mahnen. Gleichzeitig aber auch Mut machen und dazu befähigen, den Kampf gegen Faschismus aufzunehmen und dem gesellschaftlichen Rechtsruck ideologisch und auf der Straße entgegenzutreten.

Kommt zur Kundgebung am 27.01.2019 um 15 Uhr an die Gedenkstätte “Zeichen der Erinnerung” am Nordbahnhof.
Otto-Umfrid-Straße, 70191 Stuttgart

Eine Initiative von Zusammen Kämpfen

MitorganisatorInnen

  • Chor “Avanti Comuna Kanti”
  • Gedenkstätte “Zeichen der Erinnerung”
  • Initiative Rechtspopulismus stoppen
  • Initiative Stolpersteine Stuttgart Ost

UnterstützerInnen

  • Ostend-Obenbleiber*innen