Rojava aufbauen! Über Rätestrukturen und praktische Solidarität

Rojava aufbauen! Über Rätestrukturen und praktische Solidarität

22. Juni 2017
19:00

Seit Juli 2012 ist die Region im Norden Syriens – Rojava – unter Selbstverwaltung der dortigen Bevöl­kerung. Die Truppen des syrischen Regimes wurden verdrängt und in weiten Teilen wurden selbstverwalte­te Strukturen und eine eigene Infra­struktur aufgebaut. Dieser Entwurf einer neuen Gesellschaft, der sich auf alle Teile der Gesellschaft erstreckt und alle Ethnien und Völker mit in die Gestaltung einbezieht, orientiert sich dabei nicht am Profit, sondern an den Bedürfnissen der Menschen.

Kommunale Rätestrukturen tra­gen dabei die ökonomischen, politischen und sozialen Aufgaben der Gesellschaft selbst. Dies reicht von der Kollektivierung der Ver­waltung, der Wasser-, Strom-, und Lebensmittelversorgung, dem Auf­bau von Kooperativen in der Land­wirtschaft und der Textilproduktion. Dazu zählt außerdem die Bildung und Organisation der Verteidigung bis zur Verdrängung patriarchaler Gewalt sowie die Stärkung der Rolle der Frau in der Gesellschaft.
Rojava ist damit das Beispiel für einen fortschrittlichen und solidarischen Gesellschaftsentwurf unserer Zeit, nicht nur im Mittleren und Nahen Osten, sondern weltweit.

Dabei wurde Rojava von Be­ginn an vom Islamischen Staat und den reaktionären Regimes angegriffen: Ob die USA, Russland, die Türkei, Irak, Iran oder Saudi-Arabien, sie alle versuchen ihre Interessen in der Region durchzusetzen und Rojava damit zu gefährden. Um den Aufbau­prozess vor Ort zu verteidigen ist die militärische Verteidigung notwendig und wird von verschiedenen Vertei­digungseinheiten forciert: YPG, YPJ, aber auch das Internationale Frei­heitsbattallion, das sich aus Internati­onalistInnen verschiedener Spektren zusammensetzt, und einige andere Strukturen kämpfen mit ihrem Leben gegen den IS und die Angriffe der reaktionären Regimes.

In unserer Veranstaltung möch­ten wir den Gesellschaftsentwurf Rojavas anhand der Rätestrukturen vorstellen und auf die Frage einge­hen, was wir davon lernen können. Außerdem werden wir die Kam­pagne „Revolutionäre Soli­darität mit Rojava“ als ein Beispiel praktischer Solidarität vorstellen, in der Gelder für blutstillende Ce­lox-Verbände für KämpferInnen an der Front gesammelt werden.

Donnerstag, 22. Juni, 19 Uhr
Stadtteilzentrum Gasparitsch
Rotenbergstraße 125
70190 Stuttgart
U4 Haltestelle Ostendplatz / U9 Haltestelle Raitelsberg

vom Arbeitskreis Solidarität & von Zusammen Kämpfen
www.aksolidaritaet.bplaced.net & www.zk-stuttgart.tk